Waldaktivisten besetzen Müllheimer Eichwald!

Waldaktivisten besetzen Müllheimer Eichwald

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Besorgte Menschen aus dem Umfeld der Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“ haben mit Unterstützung von erfahrenen Waldaktivist*innen am 01.10. einige Bäume in der Abteilung 4 im Eichwald besetzt. Der Grund dafür ist, dass im genannten Gebiet bis zum ehemaligen Parkplatz „Blauen Blick“ weiter eingeschlagen werden soll.

Im Bereich unterhalb der besetzten Fläche wurden in den vergangenen Jahren bereits eine große Zahl alter Eichen und Buchen per Kahlschlägen und Starkdurchforstungen gefällt. Durch das Aufreißen des Kronendaches werden die Bestände destabilisiert, stärker der Trockenheit ausgesetzt und so letztendlich stark geschwächt. Auch der Eichwald zeigt bereits Folgen des Klimawandels, die durch die forstlichen Maßnahmen in den letzten Jahren noch verstärkt werden.  Durch die Entnahme geschädigter Bäume wird das Kronendach weiter aufgerissen, sodass Sonne und Hitze ungehindert auf die verbliebenen Bäume treffen und diese schädigen. Es entsteht ein Dominoeffekt, der durch Festhalten an gewohnten forstlichen Methoden nicht aufzuhalten ist.


Es ist nicht das Ansinnen der Aktivisten und auch nicht der BI den Holzeinschlag dauerhaft ganz einzustellen. Aber Kahlschläge und Starkdurchforstungen in der Weise wie sie vom Staufener Forstamt zusammen mit der Stadt praktiziert werden sind in keinster Weise mehr nachhaltig und schädigen unseren Wald! Es muss endlich eine neue Zielsetzung für unseren Wald her! (siehe auch unser Schreiben an die Stadt)


Gleichzeitig gab die Mehrheit des Müllheimer Gemeinderates im Juni dieses Jahres dem Forstamt Staufen einen „Freifahrtschein“, in dem sie die Jahresplanung absegnete, ohne konkrete Informationen über die geplanten Maßnahmen vorliegen zu haben. Sie stimmten sogar gegen einen Antrag von ALM/ Grüne und SDP, der forderte „zukünftig nachvollziehbare und vollständige Informationen zu Vollzug und Planung der forstlichen Maßnahmen (zu erhalten), sodass eine verantwortungsvolle Entscheidung des Gemeinderates möglich wird“ , siehe Dokument in diesem Link, „Punkt (6 b) Forstbetriebsplan 2022“

Mit der Aktion wollen die Besetzer:innen die Müllheimer Öffentlichkeit auf den Missstand im Müllheimer Eichwald aufmerksam machen.

Die Mitglieder der Gruppe, die momentan Tag und Nacht auf den Bäumen kampieren, möchten mit ihrer Aktion darauf hinweisen, dass die momentane Lage zu unsicher ist, um stabile Wälder in Not zu bringen. Da in Müllheim alle Versuche gescheitert sind, etwas zu ändern, sehen sie keine andere Möglichkeit mehr, als einen Teil des Waldes zu besetzen. „Es ist eine Protestaktion, bevor das große Fällen los geht. Eine Mahnbesetzung, ein Zeichen dafür, dass wir uns nicht damit zufrieden geben, wie die Stadt mit uns umgeht und vor allem mit dem Wald“, so die Aktivist*innen.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“ hat seit mehreren Jahren versucht, einen fachlichen Dialog in Müllheim anzuregen. Die Veranstaltung im September 2019 war ein hoffnungsvoller Auftakt, die dort vereinbarten Folgegespräche mit Fachexperten wurden jedoch von Stadt und Forst ausgebremst. Die Entscheidungen des Gemeinderates zum Thema Wald in diesem Jahr zeigen deutlich, dass das Interesse an unserem Wald gering ist.