Protestaktion am 02.11.2020 – Pressemitteilung

BI bremst Fällungen aus – Forst verstößt gegen Gemeinderatsbeschluss

Protestaktion am Hoyerstännle


Um die weitere Zerstörung des Eichwaldes zu verhindern besetzten am Montag einige Mitglieder der
BI die Hiebsfläche und verhinderten weitere Baumfällungen. „Die Zerstörung des Eichwaldes darf
nicht weitergehen“, sagte Annikki Suger von der BI „Rettet den Eichwald. Wir fordern eine
Waldbewirtschaftung, die den Klimawandel berücksichtigt, sodass auch unsere Kinder und Enkel noch
einen gesunden Wald in Müllheim haben!“
Den Wäldern in Deutschland geht es nicht gut. Auch in Müllheim können aufmerksame
Waldbesucher bereits das Lichterwerden der Baumkronen, aber auch Waldschäden als Folge der
umstrittenen forstlichen Maßnahmen erkennen. Beispiele sind aufgeplatzte Buchenrinden entlang
freigestellter Verjüngungsflächen oder Trockenschäden an der Eichenverjüngung am Hoyerstännle
oder an der großen Schirmfläche südlich des Breiteweges.
Trotzdem setzen Stadt und Forstverwaltung weiterhin auf eine überholte Forstwirtschaft und
verweigern sich neueren Erkenntnissen und einem konstruktiven fachlichen Dialog.
Dabei scheuen sie nicht davor zurück, sich über Beschlüsse des Gemeinderates hinwegzusetzen und
Maßnahmen durchzuführen, die vom Gemeinderat ausdrücklich abgelehnt wurden. So wurde der
Einschlag von Eichen von der großen Schirmschlagfläche südlich des Breiteweges vom Gemeinderat
abgelehnt (siehe Sitzungsprotokoll vom 29.07.2020) und ist auch durch keinen anderen Beschluss
zum Einschlag im Forstwirtschaftsjahr 2020/21 gedeckt.
Die nach den letzten Dürrejahren bundesweit und auch in Müllheim zu beobachtenden Waldschäden
bei Laubbäumen zeigen deutlich, dass eine zu starke Auflichtung des Kronendaches vermieden
werden sollte, um eine Austrocknung der Böden, aber auch den Verlust der typischen Biodiversität zu
vermeiden. 1
In Müllheim geschieht leider genau das Gegenteil!
Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum die geplante Eichenverjüngung im Eichwald in einem
derartigen Ausmaß und Tempo „durchgezogen“ werden muss. Die einseitige Fokussierung auf die
Eiche ist in Zeiten des Klimawandels unverantwortlich. Zwar hat sich die Eiche nach dem aktuellen
Waldzustandsbericht von Baden-Württemberg wieder etwas erholt, ihre Zukunft sieht in dieser
Region nach Erkenntnissen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden – Württemberg
(FVA), jedoch keineswegs rosig aus.
Wird die geplante Durchforstung im Bereich der Rote Lachen durchgeführt, dann wird ein weiterer
großer Teil des Eichwaldes dauerhaft geschädigt. Das Kronendach wird aufgelichtet und die großen
schweren Maschinen verdichten und schädigen den Boden.
Ansprechpartnerin:

BI Rettet den Eichwald
Annikki Suger
Neumattweg 34
79379 Müllheim
Tel: 07631 1735597
Email: anki_suger@mail.de
1 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/landwirtschaft/Dokumente/BfNPositionspapier_Waelder_im_Klimawandel_bf.pdf