CORONA hat es noch deutlicher gemacht: Unser Eichwald ist Erholungswald!

Noch nie haben so viele Menschen unseren Eichwald zur Erholung aufgesucht. Die Stadt und Forst müssen erkennen :

UNSER EICHWALD IST IN ERSTER LINE ERHOLHUNGWALD UND KEINE FASSEICHENFABRIK!

Wer in den letzten Monaten den Eichwald besucht hat, wird bemerkt haben wie stark frequentiert dieser ist. Die Menschen suchen regelrecht die Nähe zum Eichwald! Das ist kein Zeitvertreib wie die Badische Zeitung in einem Artikel schrieb, das ist Erholung pur!

Der Wald dient als Fitnesscenter, Sportarena, Meditationsraum, Luftkurort, Museum und Parkersatz gleichermassen. Es ist völlig unverständlich, dass dem Eichwald nicht das zukommt was doch so offensichtlich ist: die eindeutige formale Anerkennung als Erholungsort. Dabei kann auch durchaus die Nutzfunktion eine Rolle spielen. Aber eben nicht die Hauptrolle wie es unmissverständlich auf den neu aufgestellten Info- bzw. Werbetafeln des Forstes zu lesen ist. Dabei wird die Herstellung von Furnier und Fasseichen als Hauptfunktion dargestellt. Erholungs- und Schutzfunktionen werden dabei lediglich „berücksichtigt“.
Das geht absolut an der Realität vorbei. Wie kann man eine derart hohe Frequenz an Waldbesuchen einfach ignorieren?

Infotafel im Eichwald. Die Nutzfunktion hat für den Forst Vorrang

Nachdem es im Müllheimer Eichwald die letzten Monate trotz verstärkter Fällungen starker Buchen bis zum Frühjahr am Hoyerstännle etwas ruhiger geworden war, läuft der forstliche Dienstleister nun wieder in Hochform auf und probt eine Machtdemonstration in Richtung Stadt und Gemeinderat mit dem Tenor einfach so weiterzumachen, als gäbe es überhaupt keine Diskussion um den Eichwald. Das spiegeln auch die mittlerweile in großer Zahl aufgestellten forstlichen Werbetafeln wider, die vom Waldbesitzer, also der Stadt, genehmigt worden sein müssen. Ein Statement war hierzu zunächst nicht zu vernehmen.

Die genannte Machtdemonstration verläuft aber sehr einseitig: Bislang ist kein geschlossener Widerspruch seitens des Gemeinderates zu hören, obwohl im Artikel deutliche Beschuldigungen in Richtung Gemeinderat ausgesprochen wurden:

„Doch der Gemeinderatsbeschluss im Oktober hat die Forstwirtschaft für ein Jahr ausgebremst, meint Forstdirektor Kilian.
Aus der Not heraus habe man in dem Bereich um die Femellöcher herum Buchen entnommen, um wenigstens dort die Eichensämlinge zu retten. Auf der angrenzenden Fläche musste man die Chance ungenutzt verstreichen lassen. Viele der jungen Eichen seien verloren, sagt Kilian.“

De Facto lautet die Aussage:
„Der Gemeinderat hat durch seinen Beschluss Eichensämlinge getötet“ und „Die Fällungen waren eine Nothilfe zur Verhinderung der Tötung von Eichensämlingen“ Die emotionale Wortwahl mit klarer Tendenz zur Vermenschlichung ist dabei sehr problematisch, aber zeigt ganz genau welche Methoden mittlerweile angewendet werden, um die eigenen Interessen durchzusetzen.

Klar ist auch, dass die Fällungen der Buchen in den Eichenbeständen vom Gemeinderat eben NICHT gedeckt waren. Im Beschluss vom 29.10.2019 geht klar hervor dass einerseits in den „Dachfenstern“ nicht eingegriffen werden darf und andererseits aufgrund des derzeit schlechten Buchenpreises nur die allernotwendigen Hiebe insbesondere zur Deckung des Brennholzbedarfs durchgeführt werden dürfen. Warum ausgerechnet die vitalsten Bäume mit bester Stammholzqualität gefällt wurden ist dabei völlig unklar und auch nicht schlüssig begründet worden. Die Rettung der Eichensämlinge ist ein vorgeschobener Grund der keiner fachlichen Beurteilung standhält, erwarten wir doch in den nächsten 5 Jahren wieder ein sogenanntes Mastjahr wo Eichen massenhaft Eicheln abwerfen und es wieder neue Eichenpflänzchen geben wird. Die vitalen Buchen sind nun gefällt und können nicht mehr zuwachsen und den Wert steigern. Eindeutig ein finanzieller Verlust.

Aber die Stadtverwaltung lässt den forstlichen Dienstleister weiter munter gewähren und ignoriert dabei weiter alle konstruktiven Kritiken. Im Gegenteil. Kritik jeglicher Art trifft auf völliges Unverständnis. Vermutlich ist dies panischer Angst geschuldet, der Eichwald könnte den Haushalt stärker belasten, würde man den Vorschlägen der BI folgen.
Wirklich aussagefähige Zahlen wurden dabei weder vom Forst auf den Tisch gelegt, noch von irgendjemand, außer von einer Minderheit des Gemeinderates gefordert. Man will es vermutlich auch gar nicht wissen.

Unsere Stellungnahme wurde in der Badischen Zeitung erwartungsgemäß nicht veröffentlicht, dafür wurde sie zusammen mit einer Stellungnahme der Grünen stark eingeschränkt „eingearbeitet“.

Unsere vollständige Stellungnahme kann man in diesem Link finden