Die BI „Rettet den Eichwald“ beteiligt sich als Team beim Stadtradeln 2021!

Wir brauchen möglichst viele UnterstützerInnen!
Dabei ist es völlig egal ob jemand sehr wenig radelt, ein Kilometer reicht schon! Wichtig ist, dass möglichst VIELE für unser BI Team dabei sind.

Falls Du Lust hast bei uns mitzumachen, klicke einfach auf diesen LINK, der Dich direkt zu unserem Team bzw. auch zur Registrationsseite führt.

Die Aktion dauert vom 10.09.2021 bis 30.09.2021.

STADTRADELN ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dabei ist es egal, ob du bereits jeden Tag fährst oder bisher eher selten mit dem Rad unterwegs bist. Jeder Kilometer zählt – erst recht wenn du ihn sonst mit dem Auto zurückgelegt hättest.

https://www.stadtradeln.de/darum-geht-es

Die gegenwärtigen Daten unseres Teams( startet ab 10.09.):

Stadtradeln ist ein bundesweiter Wettbewerb, initiiert durch das Klimabündnis.

Der Wald insgesamt und insbesondere auch unser Eichwald wird durch forstwirtschaftlichen Maßnahmen, welche den Klimawandel praktisch gar nicht berücksichtigen, zusammen mit den klimatischen Entwicklungen stark gestresst.
Während die Forstwirtschaft einzig die Nutzung des Holzes als positive Wirkung auf unser Klima anpreist (durch sogenannte Substitution von anderen Materialien), werden negative Auswirkungen auf die Ökosystemleistungen des Waldes durch Starkdurchforstungen und/oder Kahlhieben völlig ignoriert.

Demonstration am Mittwoch 30.06.2021, 17:00 ab evangelischer Kirche in Müllheim

Alle Bemühungen um reduzierte, dem Klimaschutz gerechten Eingriffe waren bislang vergebens.
Die Stadt verfährt zuverlässig als williger Helfer des Forstamtes Staufen weiterhin mit maximalem Holzeinschlag. Teilweise wurde in den vergangenen Jahren sogar planmäßig mehr eingeschlagen als ursprünglich vorgesehen war.
Mit der wieder völlig intransparenten, verschleierten Jahresplanung für die kommende Fällsaison, welche am 30.06 vom Gemeinderat verabschiedet oder besser gesagt durchgewunken werden soll, wird das Hoyerstännle mit seinen Eichen ein Zentrum des Holzeinschlags und damit der Zerstörung von Tier und Planzenwelt werden.
Die Kahlschläge werden dort weitergehen, wo bislang schon gewütet wurde.
Das Forstamt Staufen meidet das Wort „Kahlschlag“ und nennt seine Eingriffe „Femelschläge“, was wesentlich harmloser klingt.
Jüngst hat man in dem bisherigen Kahlsschlagbereich im Hoyerstännle einen 3,5 ha großen Knotengeflechtzaun aufgestellt, der aus Tierschutzgründen strikt abzulehnen ist.
Rehe können sich darin verfangen und jämmerlich verenden, außerdem gibt es ein erhöhtes Risiko, dass Wildschweine in Richtung Siedlung und Waldkindergarten gelenkt werden.

ES REICHT! Fachliche Diskussionen werden nicht gehört. Deshalb rufen wir für den
kommenden Mittwoch, 30.06.2021 ab 17:00
zur Demonstration auf.
Treffpunkt ist die evangelische Kirche in Müllheim .
Wir werden uns dann zum Bürgerhaus bewegen, wo die Gemeinderatssitzung stattfindet.

Startpunkt auf Google Maps

Unterschriften von mehr als 2000 Bürgerinnen und Bürger, Informationsveranstaltungen, eine Unzahl an Protestbriefen sowie von Fachspezialisten aufgeführte Einwände wurden und werden einfach ignoriert.
Im Gegenteil: die Stadt erhöht als eine Art Wutreaktion sogar noch die Einschläge im Eichwald. Dabei führt sie den Gemeinderat vor in dem sie sich über Beschlüsse hinwegsetzt. So wurde z.B. am 29.7.2020 beschlossen, zeitnah einen sogenannten Runden Tisch abzuhalten.
Der Beigeordnete Günther Danksin erklärte bei dem letzten Treffen mit der BI am 08.06.2021, dass er derzeit keine Notwendigkeit für einen Runden Tisch sehe.

Die derzeitige Planung mit deutlich mehr Hiebsaktivitäten im Eichwald zeigt, dass man so schnell wie möglich mehr einschlagen möchte, weil man befürchtet, dass die Proteste zunehmen werden.
Gleichzeitig signalisiert die Forstverwaltung, dass man eine derartige „Majestätsbeleidigung“ nicht hinnehmen wird und versucht die Hiebe der alten Eichen massiv zu forcieren. Dies obwohl für den Klimaschutz gechlossene Kronendächer und deutlich mehr Ruhe nötig wäre .
In Müllheim wird der Gemeinderat von Forst- und Stadtverwaltung vorgeführt und in seiner Kontrollfunktion ausgehebelt.
Aufgrund der unvollständigen Planungsunterlagen ist es für den Gemeinderat nicht möglich seine Kontrollfunktion auszuüben.

Es wird Zeit, dass die sich selbst kontrollierende Forstverwaltung sowie die Stadt zum Umdenken gezwungen werden!
– Nur durch Vermeidung von Starkdurchforstungen und Kahlhieben erreichen wir ökologische Nachhaltigkeit!
– Nur durch Proteste können wir eine Diskussion auf Augenhöhe erreichen, um den Wald tatsächlich nachhaltig zu erhalten und Nachhaltigkeit nicht ausschließlich auf Holznutzung zu beschränken!

Wie wirkt sich die derzeitige Bewirtschaftung auf unseren Eichwald aus

Die Bürgerinitiative hat ein Schreiben an die Stadt verfasst, in dem die gegenwärtigen Auswirkungen der gegenwärtigen Bewirtschaftung dargelegt wird. Trotz unzähliger Waldbesucher sieht die Stadt noch nichtmals eine Veranlassung zumindest den Erholungswert des Waldes anzuerkennen, geschweige denn den ökologischen Wert.
Das Schreiben kann hier heruntergeladen werden


Es ist ein erschreckend klares und einfaches Konzept, was die Forstverwaltung derzeit fährt und von den meisten Stadtoberhäuptern und vielen Gemeinderatsfraktionen kritiklos durchgewunken wird:


  • Mehr Holz muss gefällt werden, das ist gut für unsere Wälder!
  • Mehr Eingriffe mit Pflanzung sogenannter klimaresistenter Baumarten sind unbedingt nötig, damit der Wald klimafest gemacht wird!
  • Weg mit den alten Bäumen! Die alten Bäume sind empfindlich, wachsen nicht mehr und müssen gefällt werden bevor sie absterben.
  • Die Wälder müssen licht gehauen werden, damit das wenige Wasser nicht in den Kronen hängenbleibt.
  • Wir müssen möglichst viel Holz einschlagen und nutzen, damit wir andere klimaschädliche Materialien damit ersetzen

So oder ähnlich ist es in der örtlichen Presse zu entnehmen, die derartige Aussagen kritiklos verbreitet.
Man nennt das Ganze dann kunstvoll „Chirurgie mit der Kettensäge“ und garniert die gemachten Forderungen zum vermehrten Holzeinschlag mit pseudowissenschaftlichen Äußerungen:

„Denn die heute 70 bis 100 Jahre alten Bäume wuchsen in deutlich kälteren und feuchteren Jahren auf und hinterlegten dies in ihren genetischen Code. „Junge Bäume haben sich genetisch an Veränderungen eher angeglichen“

https://www.badische-zeitung.de/chirurgie-mit-der-kettensaege–200538482.html

Klingt doch alles klar verständlich, was kann man denn gegen jugendliche Wälder haben? Jugend steht für Gesundheit, Energie, Leistungsfähigkeit und Flexibilität.
Der Forstverwaltung kann man blind vertrauen, wir als Bürger und Gemeinderäte haben eh keine Ahnung vom Wald.“


Alleine schon durch Anwendung des gesunden Menschenverstandes kommen doch erhebliche Zweifel, ob die vom Forstamt Staufen erhobenen Forderungen nach mehr Holznutzung tatsächlich gut für unseren Wald ist:

  • Der Wald liefert das Produkt Holz mit dem man klimaschädliche Produkte ersetzen kann, das ist klar. Aber müssen wir gerade in diesen extrem trockenen Jahren nicht darauf achten, dass der Wald vor der Trockenheit und Hitze selbst geschützt wird, ansonsten kann er gar nicht mehr oder nur noch wenig wachsen? Sollten schon alleine deshalb die Eingriffe in das gewachsene Bestandesgefüge minimiert werden?
  • An einem einem heißen Sommertag spürt man zweifelsohne den angenehm kühlenden Effekt eines schattigen, dichten Waldes. Wie soll es daher für den Wald besser sein, wenn er licht gehauen wird und damit seine kühlende Wirkung sowohl auf sich selbst als auch für die Umgebung verliert, bzw stark vermindert wird?
  • Wird ungenutztes Holz im Wald wirklich komplett zu CO2 zersetzt und geht das wirklich so schnell innerhalb weniger Jahre wie von der Forstverwaltung angedroht? Wen dem so ist, woher stammt denn dann der ganze Humus im Boden, der erhebliche Anteile an CO2 enthält?
  • Stimmt es wirklich, dass wir lichte Wälder brauchen, damit das Wasser besser in den Boden gelangt?
    Ist es nicht so, dass das das Wasser durch die Sonnenstrahlung schneller verdunstet und durch die hohe Temperatur der Stämme die Bäume massiv mehr gestresst werden?
  • Sind die alten Bäume wirklich so wertlos oder sogar hinderlich? Haben nicht gerade ältere Bäume tiefere Wurzelsysteme und wirken so noch ausgleichender auf den Wasserhaushalt? Dienen sie nicht eben gerade als Schattenspender für aufkommende junge Baumpflänzchen? Sorgen nicht gerade die alten Bäume für ihre Nachkommen in dem sie viel stärker fruktifizieren?
  • Wieso heisst das Forstamt Staufen alle Maßnahmen gut, die eine Erhöhung der Holzproduktion vorsehen, aber wenn es darum geht, weniger Holz einzuschlagen, werden auf einmal üble Drohszenarien auf den Tisch gebracht, insbesondere von finanziellen Nachteilen ist dann die Rede, obwohl es durch Nichtnutzung teilweise erhebliche Einnahmensquellen gibt, wie z.B. im Bereich Ökopunkte. Hat die Forstverwaltung ihr Handeln nicht extrem einseitig auf die Holznutzung gelegt?
  • Wie funktioniert die Forstverwaltung überhaupt, gibt es da nicht freie Auswahl, wer den öffentlichen Wald, also Kommunal- und Staatswald betreut? Gibt es funktionierende Kontrollen von aussen? Will die staatliche Forstverwaltung wirklich das Beste für unseren Wald oder ist sie nicht eher Handlanger der Holzlobby, wo doch der Holzbedarf ständig neue Rekorde erreicht?

Waldwichtelpfad im Eichwald

Achtung: wir haben die nachfolgenden Wichtelpfade ins Leben gerufen. Zurzeit sind sie jedoch aufgrund der Fällarbeiten vergangene Saison etwas ramponiert. Mittlerweile haben sich weitere sehr interessante Wichtelpfade gegründet, die aber unabhängig von uns sind. Bei Interesse versucht Informationen vom Touristikbüro in Müllheim zu bekommen.

Helfen Sie mit, den Eichwald mit seinen alten, knorrigen Eichen zu erhalten!
Die alten Eichen mit ihren teilweise bis zu 250 Jahren „erzählen“ mit ihren knorrigen Ästen Geschichten, sind Orte demütigen Respekts vor überstandenen Kriegen, Schicksalen. Sie zeugen auch von den Menschen, die sie diese Jahrhunderte gepflegt und geschützt haben. Man möge sich nur vorstellen wieviel Generationen Spechte und Fledermäusen sie mit ihren Baumhöhlen Schutz geboten haben. ‚
Die Stadt spricht von einem „demografischen Problem“ , dabei sind selbst 250 Jahre für Eichen noch kein Alter! Es zählt einzig das schnelle Geld!
Wären diese Eichen Gebäude, würde diese unter Denkmalschutz stehen und könnten nicht einfach innerhalb 10 Minuten gefällt werden.

Rufen Sie bei der Stadt an, Schreiben Sie, bitten Sie den Bürgermeister um ein Gespräch! Je mehr Menschen ihren Protest kundtun, desto wahrscheinlicher wird die Stadt von den Kahlhieben und Starkdurchforstungen alter Eichen ablassen!

Viele unserer aktiven Mitglieder haben Kinder und Enkelkinder.
Umso bewusster ist es uns, dass die momentanen Einschränkungen durch Corona und auch die Dauer der Panemie, gerade für Familien sehr fordernd und Kräfte zehrend ist.
So kamen wir auf die Idee im Wald bunte Wichtel auszusetzen und auch anderweitig mit umweltunbedenklichen Kleinigkeiten und Basteleien aus Naturmaterialien rechts und links den Wege zu schmücken.
Wir möchten damit großen und kleinen Waldbesuchern eine kleine Freude machen.
Gerne dürfen auch eigens gebastelte Sachen dazu gestellt oder gehängt werden.
Dabei weisen wir aber ganz deutlich darauf hin, dass das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr stattfindet, keine umweltschädlichen Materialien verwendet werden dürfen und auch nichts was Tiere gefährden könnte.
Wir haben den Rote Lachen Weg im Müllheimer Eichwald dafür ausgesucht. Unser Wunsch ist es diesen Weg in einen Waldwunderweg zu verzaubern. Wir würden uns sehr freuen, wenn alle dort platzierten Wichtel und Basteleien dort gelassen werden, damit sich ganz viele Menschen jeden Alters daran erfreuen können.

Protestaktion am 02.11.2020 – Pressemitteilung

BI bremst Fällungen aus – Forst verstößt gegen Gemeinderatsbeschluss

Protestaktion am Hoyerstännle


Um die weitere Zerstörung des Eichwaldes zu verhindern besetzten am Montag einige Mitglieder der
BI die Hiebsfläche und verhinderten weitere Baumfällungen. „Die Zerstörung des Eichwaldes darf
nicht weitergehen“, sagte Annikki Suger von der BI „Rettet den Eichwald. Wir fordern eine
Waldbewirtschaftung, die den Klimawandel berücksichtigt, sodass auch unsere Kinder und Enkel noch
einen gesunden Wald in Müllheim haben!“
Den Wäldern in Deutschland geht es nicht gut. Auch in Müllheim können aufmerksame
Waldbesucher bereits das Lichterwerden der Baumkronen, aber auch Waldschäden als Folge der
umstrittenen forstlichen Maßnahmen erkennen. Beispiele sind aufgeplatzte Buchenrinden entlang
freigestellter Verjüngungsflächen oder Trockenschäden an der Eichenverjüngung am Hoyerstännle
oder an der großen Schirmfläche südlich des Breiteweges.
Trotzdem setzen Stadt und Forstverwaltung weiterhin auf eine überholte Forstwirtschaft und
verweigern sich neueren Erkenntnissen und einem konstruktiven fachlichen Dialog.
Dabei scheuen sie nicht davor zurück, sich über Beschlüsse des Gemeinderates hinwegzusetzen und
Maßnahmen durchzuführen, die vom Gemeinderat ausdrücklich abgelehnt wurden. So wurde der
Einschlag von Eichen von der großen Schirmschlagfläche südlich des Breiteweges vom Gemeinderat
abgelehnt (siehe Sitzungsprotokoll vom 29.07.2020) und ist auch durch keinen anderen Beschluss
zum Einschlag im Forstwirtschaftsjahr 2020/21 gedeckt.
Die nach den letzten Dürrejahren bundesweit und auch in Müllheim zu beobachtenden Waldschäden
bei Laubbäumen zeigen deutlich, dass eine zu starke Auflichtung des Kronendaches vermieden
werden sollte, um eine Austrocknung der Böden, aber auch den Verlust der typischen Biodiversität zu
vermeiden. 1
In Müllheim geschieht leider genau das Gegenteil!
Es ist auch nicht nachvollziehbar, warum die geplante Eichenverjüngung im Eichwald in einem
derartigen Ausmaß und Tempo „durchgezogen“ werden muss. Die einseitige Fokussierung auf die
Eiche ist in Zeiten des Klimawandels unverantwortlich. Zwar hat sich die Eiche nach dem aktuellen
Waldzustandsbericht von Baden-Württemberg wieder etwas erholt, ihre Zukunft sieht in dieser
Region nach Erkenntnissen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden – Württemberg
(FVA), jedoch keineswegs rosig aus.
Wird die geplante Durchforstung im Bereich der Rote Lachen durchgeführt, dann wird ein weiterer
großer Teil des Eichwaldes dauerhaft geschädigt. Das Kronendach wird aufgelichtet und die großen
schweren Maschinen verdichten und schädigen den Boden.
Ansprechpartnerin:

BI Rettet den Eichwald
Annikki Suger
Neumattweg 34
79379 Müllheim
Tel: 07631 1735597
Email: anki_suger@mail.de
1 https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/landwirtschaft/Dokumente/BfNPositionspapier_Waelder_im_Klimawandel_bf.pdf

Pressemitteilung 19.06.2020

Zeichen der Trauer im Eichwald.

Mit schwarzen Bändern an den neu aufgestellten Infotafeln im Müllheimer Stadtwald zeigt die BI „Rettet den Eichwald“ ihre Trauer um eine vertane Chance für einen fachlich ausgewogenen und konstruktiven Dialog im Müllheimer Eichwald.

Die Tafeln, mit ihrer einseitigen und zum Teil fachlich unseriösen Darstellung dienen allein der Rechtfertigung der umstrittenen forstlichen Maßnahmen des Forstamtes Staufen. Die Folgen des Klimawandels
für unsere Wälder sind immens und stellen uns vor große Herausforderungen. Jahrzehntelang geltende Lehrmeinungen und Paradigmen werden in der Forstwirtschaft derzeit hinterfragt und heftig diskutiert.

Wir bedauern, dass die Stadt Müllheim in dieser Situation die einseitigen Werbetafeln des Forstamtes Staufen inhaltlich und finanziell unterstützt. In Müllheim scheint man in Zeiten, in denen viele bereits von einem neuen
Waldsterben reden, einem fachlichen Dialog zur Zukunft unseres Waldes aus dem Weg gehen zu wollen.

Die gemeinsam von BI und Stadt Müllheim gestaltete Infoveranstaltung im September 2019 machte zunächst Hoffnung auf einen konstruktiven Dialog. Renommierte Forstexperten stellten ihre unterschiedlichen Ansätze für eine Bewirtschaftung des Eichwaldes in Zeiten des
Klimawandels vor. Dabei wurde deutlich, wie die damalige Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich betonte, dass die getroffenen Entscheidungen für den Eichwald unter Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels und neuerer Erkenntnisse im Gemeinderat noch einmal neu überdacht werden müssen. Leider haben damals nur wenige Gemeinderäte an dieser Veranstaltung teilgenommen.

Es ist nicht nachvollziehbar, warum die geplante Eichenverjüngung im Eichwald in einem derartigen Ausmaß und Tempo „durchgezogen“ werden muss. Unter Experten der Forstwirtschaft wird gerade intensiv diskutiert, wie eine zukunftsfähige Forstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels aussehen sollte. Selbst der baden-württembergische Waldzustandsbericht von Oktober 2019 weist darauf hin, dass die bislang als klimatolerant
eingestufte Eiche bereits nach den letzten beiden Sommern deutlich geschwächt und die weitere Entwicklung unberechenbar ist.
Viele Forstexperten und auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fordern zudem, eine zu starke Auflichtung des Kronendaches zu
vermeiden, um z.B. eine Austrocknung der Böden, aber auch den Verlust der typischen Biodiversität zu vermeiden.

Warum werden in Müllheim aktuelle Entwicklungen in der
Waldbewirtschaftung nicht berücksichtigt? Anstatt inhaltlich fragwürdige Werbetafeln aufzustellen und mitzufinanzieren, hätte sich die BI mehr Engagement im Bereich Bildung gewünscht – übrigens nach dem Landeswaldgesetz auch eine Aufgabe der Forstbehörden. Bildung hat die Förderung der Eigenständigkeit und Selbstbestimmung eines Menschen zum Ziel. Damit steht sie im krassen Gegenteil zu Werbemaßnahmen, die Menschen von einem Produkt oder einer Maßnahme überzeugen
sollen.

Der Eichwald bietet großes Potenzial für eine erfolgreiche Bildungsarbeit. Von der Naturerfahrung über die Vermittlung naturwissenschaftlicher Zusammenhänge im Ökosystem Wald bis hin zu aktuellen Fragen nachhaltiger Entwicklung könnte die Bedeutung des Waldes für uns Menschen anschaulich am Beispiel des Eichwaldes erarbeitet werden. Wussten Sie z.B.,

  • dass im Eichwald die sehr seltenen Hirschkäfer leben, die auf der Roten Liste besonders gefährdeter Arten stehen und dass diese insbesondere alte Eichen als Lebensraum benötigen?
  • dass der Eichwald im 16. Jahrhundert der Schweinemast diente und von Adligen und Bevölkerung gleichermaßen genutzt werden konnte?
  • dass man aus Eicheln Kaffeeersatz, aber auch Tinte herstellen kann und dass eine Tinktur aus Eichenrinde entzündungshemmend wirkt?

CORONA hat es noch deutlicher gemacht: Unser Eichwald ist Erholungswald!

Noch nie haben so viele Menschen unseren Eichwald zur Erholung aufgesucht. Die Stadt und Forst müssen erkennen :

UNSER EICHWALD IST IN ERSTER LINE ERHOLHUNGWALD UND KEINE FASSEICHENFABRIK!

Wer in den letzten Monaten den Eichwald besucht hat, wird bemerkt haben wie stark frequentiert dieser ist. Die Menschen suchen regelrecht die Nähe zum Eichwald! Das ist kein Zeitvertreib wie die Badische Zeitung in einem Artikel schrieb, das ist Erholung pur!

Der Wald dient als Fitnesscenter, Sportarena, Meditationsraum, Luftkurort, Museum und Parkersatz gleichermassen. Es ist völlig unverständlich, dass dem Eichwald nicht das zukommt was doch so offensichtlich ist: die eindeutige formale Anerkennung als Erholungsort. Dabei kann auch durchaus die Nutzfunktion eine Rolle spielen. Aber eben nicht die Hauptrolle wie es unmissverständlich auf den neu aufgestellten Info- bzw. Werbetafeln des Forstes zu lesen ist. Dabei wird die Herstellung von Furnier und Fasseichen als Hauptfunktion dargestellt. Erholungs- und Schutzfunktionen werden dabei lediglich „berücksichtigt“.
Das geht absolut an der Realität vorbei. Wie kann man eine derart hohe Frequenz an Waldbesuchen einfach ignorieren?

Infotafel im Eichwald. Die Nutzfunktion hat für den Forst Vorrang

Nachdem es im Müllheimer Eichwald die letzten Monate trotz verstärkter Fällungen starker Buchen bis zum Frühjahr am Hoyerstännle etwas ruhiger geworden war, läuft der forstliche Dienstleister nun wieder in Hochform auf und probt eine Machtdemonstration in Richtung Stadt und Gemeinderat mit dem Tenor einfach so weiterzumachen, als gäbe es überhaupt keine Diskussion um den Eichwald. Das spiegeln auch die mittlerweile in großer Zahl aufgestellten forstlichen Werbetafeln wider, die vom Waldbesitzer, also der Stadt, genehmigt worden sein müssen. Ein Statement war hierzu zunächst nicht zu vernehmen.

Die genannte Machtdemonstration verläuft aber sehr einseitig: Bislang ist kein geschlossener Widerspruch seitens des Gemeinderates zu hören, obwohl im Artikel deutliche Beschuldigungen in Richtung Gemeinderat ausgesprochen wurden:

„Doch der Gemeinderatsbeschluss im Oktober hat die Forstwirtschaft für ein Jahr ausgebremst, meint Forstdirektor Kilian.
Aus der Not heraus habe man in dem Bereich um die Femellöcher herum Buchen entnommen, um wenigstens dort die Eichensämlinge zu retten. Auf der angrenzenden Fläche musste man die Chance ungenutzt verstreichen lassen. Viele der jungen Eichen seien verloren, sagt Kilian.“

De Facto lautet die Aussage:
„Der Gemeinderat hat durch seinen Beschluss Eichensämlinge getötet“ und „Die Fällungen waren eine Nothilfe zur Verhinderung der Tötung von Eichensämlingen“ Die emotionale Wortwahl mit klarer Tendenz zur Vermenschlichung ist dabei sehr problematisch, aber zeigt ganz genau welche Methoden mittlerweile angewendet werden, um die eigenen Interessen durchzusetzen.

Klar ist auch, dass die Fällungen der Buchen in den Eichenbeständen vom Gemeinderat eben NICHT gedeckt waren. Im Beschluss vom 29.10.2019 geht klar hervor dass einerseits in den „Dachfenstern“ nicht eingegriffen werden darf und andererseits aufgrund des derzeit schlechten Buchenpreises nur die allernotwendigen Hiebe insbesondere zur Deckung des Brennholzbedarfs durchgeführt werden dürfen. Warum ausgerechnet die vitalsten Bäume mit bester Stammholzqualität gefällt wurden ist dabei völlig unklar und auch nicht schlüssig begründet worden. Die Rettung der Eichensämlinge ist ein vorgeschobener Grund der keiner fachlichen Beurteilung standhält, erwarten wir doch in den nächsten 5 Jahren wieder ein sogenanntes Mastjahr wo Eichen massenhaft Eicheln abwerfen und es wieder neue Eichenpflänzchen geben wird. Die vitalen Buchen sind nun gefällt und können nicht mehr zuwachsen und den Wert steigern. Eindeutig ein finanzieller Verlust.

Aber die Stadtverwaltung lässt den forstlichen Dienstleister weiter munter gewähren und ignoriert dabei weiter alle konstruktiven Kritiken. Im Gegenteil. Kritik jeglicher Art trifft auf völliges Unverständnis. Vermutlich ist dies panischer Angst geschuldet, der Eichwald könnte den Haushalt stärker belasten, würde man den Vorschlägen der BI folgen.
Wirklich aussagefähige Zahlen wurden dabei weder vom Forst auf den Tisch gelegt, noch von irgendjemand, außer von einer Minderheit des Gemeinderates gefordert. Man will es vermutlich auch gar nicht wissen.

Unsere Stellungnahme wurde in der Badischen Zeitung erwartungsgemäß nicht veröffentlicht, dafür wurde sie zusammen mit einer Stellungnahme der Grünen stark eingeschränkt „eingearbeitet“.

Unsere vollständige Stellungnahme kann man in diesem Link finden


Stellungnahme der BI zum Artikel der Badischen Zeitung vom 14.05.2020 „Wie geht es dem Müllheimer Eichwald über den viel diskutiert wurde“

Stellungnahme der BI „Rettet den Eichwald“  zum  BZ Artikel „Beliebt in Zeiten von Corona“ vom 14.05.2020

Da haben wir es schwarz auf weiß: Der Gemeinderat Müllheim hat die Forstwirtschaft im Eichwald ausgebremst. Schon erstaunlich, dass der Dienstleister sich beschwert, vom Auftraggeber, nämlich den politischen Vertretern der Müllheimer Bürgerinnen und Bürger, ausgebremst worden zu sein. Seit wann macht der Dienstleister die Vorgaben und seit wann hat der Auftraggeber diese zu akzeptieren? Sollte dies nicht andersherum sein? Ist das in der Forstwirtschaft anders als in allen anderen Fachgebieten? Gibt es hier tatsächlich nur EINEN Weg der Vorgehensweise? Nämlich den, den uns der derzeitige forstliche Dienstleister auf den Tisch legt? Letztendlich ist das aber eine Angelegenheit, die der Gemeinderat direkt mit den forstlichen Vertretern auszutragen hat. Ebenso die Tatsache, dass keine Vertretung des Waldeigentümers im Interview mit der BZ zu Wort kam.

Weiter wird im BZ-Artikel angeführt, es würde gefordert, dass der Müllheimer Eichwald „sich selbst überlassen bleibe“. Wer hat dies gefordert? Von Teilen des Gemeinderats und von der BI „Rettet den Eichwald“ wurde lediglich gefordert, ein oder zwei Jahre nur die notwendigsten forstlichen Maßnahmen durchzuführen, um so die notwendige Zeit zu haben, eine Bewirtschaftungsstrategie zu entwickeln, die die Bedürfnisse der Müllheimer Bürgerschaft sowie die aktuelle Klimaentwicklung und ihre Auswirkung auf den Wald berücksichtigt. Beides spielt in dem aktuellen Planungswerk nämlich keine Rolle.

Auch die ausdrückliche Betonung, dass die Debatte „hochemotional“ geführt wurde, wundert uns. Die von der BI zahlreich angebotenen Infoveranstaltungen mit bundesweit renommierten Forstexperten zeigen, dass die Diskussion seitens der BI auf dem aktuellen Stand der Forschung und umweltpolitischen Diskussion stattfand. Ganz davon ab, dass ein emotionaler Zugang zum Thema durchaus berechtigt ist.  Wald ist tatsächlich ein hoch emotionaler Ort.  Schattige Plätzchen und Wege schützen vor der Sommerhitze gerade in diesen heißen Jahren.  Alte Bäume erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten. Die Sanftheit der Geräusche mit Vogelgezwitscher und dem wohligen Rascheln der Blätter im Wind ist geradezu geschaffen für Meditation und der in der heutigen Zeit dringend notwendigen Entspannung. Den Waldbesuch dabei als reinen „Zeitvertreib“ zu bezeichnen, greift hier deutlich zu kurz.  Die positive Wirkung von Waldbesuchen auf die Gesundheit ist wissenschaftlich nachgewiesen. Anderenorts werden sogar spezielle Heilwälder ausgewiesen.

Anders in Müllheim. Da die Erholungsleistungen des Waldes ebenso wie seine ökologische Schutzfunktion kein unmittelbares Geld in die Kasse bringen, haben sie leider keine Lobby! Und so wird immer wieder die Kostenkeule aus der Kategorie „Totschlagargument“ geschwungen. Dass dies eine überaus kurzfristige Denkweise ist, die der vielfältigen Bedeutung des Eichwaldes für Müllheim und der extrem langen Wachstumszeit von Wäldern in keiner Weise gerecht wird, scheint offensichtlich noch nicht angekommen zu sein. Da nützt auch der Hinweis nichts, das Wald Museum, Lehr- und  Lernort und touristische Attraktion in einem ist und derartige  Einrichtungen nun einmal  Geld kosten. Vielmehr scheint die vorherrschende Meinung zu sein: Museum ist Museum, Schule ist Schule und Wald hat Holz und Geld zu liefern.

Wie und durch was sich dabei die Kosten des Waldes zusammensetzen, ob die durch Holzernte entstandenen direkten Kosten (z.B. Waldarbeiter) und indirekten Kosten (z.B. Wegeschäden, Wertverlust durch Fäll- und Rückeschäden) sauber verrechnet und angegeben werden, bleibt dabei im Dunkeln. Da muss der interessierte Laie einfach darauf vertrauen, dass die Kosten z.B. des Waldwegeerhaltes durch Holzernte nicht einfach von der Holzernte zeitlich und funktional entkoppelt und anderen Funktionen wie z.B. touristischen Maßnahmen zugerechnet werden.

So bemühen wir uns auch, die im Artikel erwähnten Kosten von 60.000 Euro für ein einzelnes Waldhabitat (5-15 Bäume) als absolut vertrauenswürdige Zahl hinzunehmen.  Auch wenn die Ausweisung von Waldrefugien im Wesentlichen darin besteht, die ausgewählten Bäume mittels Kringel zu markieren und in ein Kataster aufzunehmen. Die Arbeitskosten scheinen wohl mittlerweile exorbitant angestiegen zu sein oder muss man dafür erst noch eine ganze digitale Serverlandschaft aufbauen?  Oder sollte die Botschaft gar folgende sein „Wenn ihr Naturschutz wollt, müsst ihr bluten!“?

Tatsächlich, und das zeigt die Debatte mit dem forstlichen Dienstleister ganz deutlich: Es fehlt eine klare übergeordnete Zielsetzung im Eichwald. Bislang ist die Priorität (und das ist im Planungswerk auch nachzulesen) definitiv auf Wirtschaftswald gesetzt. Wenn man sich jedoch der stadtnahen Lage des Eichwaldes und deren Besucherströme schon vor Corona bewusst wird, so müsste unserer Meinung nach jedem klar sein, dass in unserem Eichwald der Erholungsfunktion eine ganz besondere Priorität zukommt. Dass man dabei nicht auf Nutzung verzichten muss, ist selbstverständlich und wurde auch nie gefordert!

Unsere Forderungen können alle offen auf unserer Webseite (https://eichwald-muellheim.de/die-forderungen-der-buergerinitiative/ ) einsehen.  Eine dauerhafte Forderung nach einem Nutzungsverzicht können wir dort nicht finden, gerne nehmen wir aber nachvollziehbare Hinweise hierzu entgegen.

Bei der gesamten Bewirtschaftungsdiskussion ist eines auffällig: Es wird von der Forstseite immer wieder gebetsmühlenartig auf den „Eichenwald“ hingewiesen, den man erhalten und fördern möchte.  Dies kann auch der Laie gut beobachten, denn die Wuchsröhren und Pflanzungen enthalten tatsächlich ausschließlich Eichenpflanzen.
Bislang herrscht allerdings auch in der Forstwelt große Unsicherheit, welche Baumarten in Zeiten des Klimawandels zukünftig besonders geeignet sind. Eine Förderung der Eiche ist sicherlich nicht schlecht, aber warum so einseitig und in diesem Tempo? Zumal auch die Eiche sich anderenorts bereits vom Klimawandel geschwächt zeigt. Bereits seit Jahrzehnten spricht sich die forstwirtschaftliche Lehre gegen Monokulturen aus und fordert Mischwälder mit einer hohen Variation an Baumarten. Dies hat mehrere wichtige Gründe: Mischwälder sind widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller. Und auch aus ökonomischen Gründen ist es sinnvoll, auf unterschiedliche Baumarten zu setzen. Wer weiß schon, welche Holzart in 100 bis 200 Jahren auf dem Markt besonders gefragt ist? Bei derart langen Produktionszeitraumen ist es auch wirtschaftlich gesehen nur klug auf verschiedene Arten zu setzen!

Der Begriff „Mischwald“, taucht allerdings weder in diesem Artikel der BZ noch auf einem der bis dato aufgestellten aufwändig präparierten Hinweistafeln im Eichwald auf.  Sind wir etwa einem Irrtum aufgesessen und Mischbestände sind hier aus fachlicher Sicht gar nicht mehr anzustreben? Wir wären froh, wenn wir etwas Aufklärung bekommen könnten. In dem Zusammenhang würden wir uns auch über eine nachvollziehbare Erklärung freuen, warum die vor einigen Jahren noch vorhandenen und teilweise neu gepflanzten besonderen Baumarten wie Kirsche, Nussbaum oder auch Esskastanie nach und nach aus dem Eichwald verschwunden sind.

Abschließend wollen wir nicht verheimlichen, dass auch positive Entwicklungen erkennbar sind: Gut finden wir, dass einige unserer Forderungen zumindest ansatzweise umgesetzt werden sollen, wie z.B. die geplante Ausweisung von Waldrefugien. Damit trägt unsere Arbeit doch schon deutliche Früchte und es bestätigt uns, die Diskussionen intensiv weiterzuführen.

Die konkreten Forderungen der Bürgerinitiative

Ziele, Vorschläge und Forderungen
der Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“ für den Eichwald Müllheim

  1. Änderung der übergeordneten Zielsetzung für den Eichwald:
    • Zukünftig sollen die Waldfunktionen Erholung und Naturschutz mindestens in gleichem Maße bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden, wie die wirtschaftliche Funktion. Das aktuelle Vorherrschen der wirtschaftlich orientierten Waldbewirtschaftung lehnen wir ab.

    • Grundsätzlich legt der Waldeigentümer die Ziele fest und nicht die Forstverwaltung bzw. der Dienstleister. Waldeigentümer sind letztendlich die Bürger der Stadt. Bürger, Gemeinderat und Stadt sollten sich daher entsprechend einbringen und auf eine differenzierte Bewirtschaftung Einfluss nehmen. Die im Rahmen der Forsteinrichtung dargelegten Ziele (formuliert auf Basis der sogenannten sechs Helsinki-Kriterien) haben eher neutralen Charakter und geben keine klare Zieldefinition vor. Die BI fordert eine klare deutlichere Anerkennung und stärkere Berücksichtigung von Erholungs- und Schutzfunktion

    • Erholungsfunktion: Der Müllheimer Eichwald ist mit seinen rd. 300 ha das der Kernstadt nächstgelegene Waldgebiet, umgeben von Siedlung, Freiflächen wie Streuobstwiesen und von Weinbau. Durch die Flächengröße von knapp 300 ha (Ausdehnung ca. 2,6 x 1,8 km) sowie durch die Wege am Waldrand hat der Besucher im Eichwald die Möglichkeit, den Wald aber auch die Freiflächen innerhalb kurzer Zeit zu besuchen. Deshalb braucht es aus Erholungssicht keinen Freiflächencharakter innerhalb der Waldfläche. Vielmehr stellt die schattenspendende Wirkung des Waldes eine ganz wesentliche Erholungseigenschaft dar. An den Wegen eignet sich hierfür die Buche sowie andere eher schattenverträgliche Arten besser als die lichtere Eiche.
      Darüber hinaus hat das Waldbild – die Ästhetik des Waldes –eine wichtige Bedeutung für die Erholungsfunktion. Diese wird durch die zunehmende Zahl und Größe der Verjüngungsflächen mit Wuchsröhren sowie durch intensive Durchforstungsmaßnahmen empfindlich gestört. Der Eichwald soll von den Waldbesuchern als WALD und nicht als forstliche Großbaustelle wahrgenommen werden können. Wünschenswert ist ein Waldbild, dass auch durch starke alte, knorrige Eichen, stattliche Buchen und andere Baumarten geprägt ist. Ein derartiger Wald könnte den mittlerweile auch überregional bekannten Eichwald touristisch stärker in den Fokus rücken.
    • Schutzfunktion: Der Müllheimer Eichwald weist im Gegensatz zum Britzinger Eichwald keine effektiv wirksamen Waldschutzgebiete auf, obwohl die einzigartige Waldstruktur – gerade auch der Reichtum an alten Eichen –  eindeutig dafür spräche. (Siehe hierzu auch Stellungnahme NABU.) Die Forderungen der BI nach Flächenschutz sind weiter unten dargestellt. Wichtig, aber derzeit unklar, ist die Zuweisung von Ökopunkten zu Beständen im Eichwald.
      Außer einem 3.5 ha großen Waldrefugium sowie ausgewiesenen Waldbiotopflächen, welche bisher keinen offensichtlichen Einfluss auf die Bewirtschaftung hatten, sind uns keine weiteren geschützten Flächen bekannt.
  2. Baumartenzusammensetzung:
    • Die BI strebt einen Eichen-Buchen Mischwald an, welcher sich am derzeitigen Mischungsverhältnis orientiert. Eine radikale Zielsetzung hin zu einer möglichst schnellen Erhöhung des Eichenanteils in Richtung Monokulturen wird abgelehnt. Der Eichenanteil kann leicht erhöht werden, darf dabei aber nicht wie in den letzten Jahren praktiziert, radikale Durchforstungen sowie eine derart hohe Anzahl und in der Summe zu große Kahlschlagflächen zur Folge haben.
      Der BI ist klar, dass die Eiche als künstlich eingebrachte Lichtbaumart eine entsprechende Behandlung benötigt, bei der ggf. Kleinkahlschläge/Lochschläge zur Verjüngung notwendig sein können. Auch in Fachkreisen wird dieser Punkt sehr kontrovers diskutiert (siehe z.B. Jedicke & Hakes Naturschutz und Landschaftsplanung 37, (2), 2005, „ Management von Eichenwäldern im Rahmen der FFH-Richtlinie“)
      Aufgrund der derzeitigen Klimaentwicklung ist in jedem Falle erhöhte Sensibilität gefordert. Noch nicht voraussehbar ist, wie sich die Dynamik der Eiche im Vergleich zu den bislang natürlich vorkommenden Baumarten entwickelt. In jedem Falle sollen Mischbestände und nicht etwa Eichenreinbestände angestrebt werden.
    • Weiterhin sollten bisher eingemischte Baumarten erhalten und gefördert werden – anzuführen sind hier beispielhaft Ahorn, (Esche), Hainbuche, Linde, Kiefer, Fichte. Kirsche, Nussbaum, Esskastanie etc. Seltene Baumarten können dabei als Einzelbäume an Rändern von Beständen / Wegen eingebracht werden (vor Jahren gängige Praxis). Tatsächlich setzt die gegenwärtige Bewirtschaftung ausschließlich auf die Eiche, welche auf den meisten Flächen bis direkt an die Wege gesetzt wird.
  3. Deutlich sensibleres Vorgehen und Reduzierung der Durchforstungsintensität.
    • Die Intensität der in den letzten Jahren durchgeführten Durchforstungen ist eindeutig zu hoch. Aufgerissene Bestände, größere Lücken, teils über Horstgrößen, reduzieren den typischen Waldcharakter.
      Das Waldbild leidet und Beschattung und Bestandesschluss verschwinden. Insbesondere im Kontext schädlicher Auswirkungen des Klimawandels sind eher geschlossene Bestandesformen anzustreben.
      Zudem ist auch aus forstlicher Sicht zu hinterfragen, ob jede noch so schwache Eiche von vitaleren Wertträgern freigestellt werden muss, was letztendlich auch finanzielle Verluste zur Folge hat. Die in kurzer Zeit radikal freigestellten Eichen sind zudem der Gefahr der Entwertung durch Wasserreiser oder auch Ringschäle ausgesetzt.

  4. Detailforderungen/ Instrumentarien:
    • Das aktuelle Einrichtungswerk gibt eine Hiebssatzsteigerung um 30% (auf der gesamten Fläche) zur vorangegangenen Planung vor. Die BI fordert eine erhebliche Reduzierung des Hiebsatzes als Konsequenz aus den o.g. Forderungen.
      Zu beachten ist, dass selbst im aktuellen Einrichtungswerk die Forderungen nach einer Hiebssatzsenkung im Kapitel 3.2. dargelegt sind. Der Hiebssatz wurde in der letzten Zwischenrevision schon einmal gesenkt, ohne dass im Einrichtungswerk die Gründe hierfür erwähnt wurden (siehe Kapitel 2). Die Hiebsatzsenkung würde auch den Förstern den Druck nehmen, aufgrund der Vorgaben „Verzweiflungshiebe“ durchzuführen.
      Keinesfalls darf die derzeitige Käfersituation im Nadelholz zu Kompensationshieben im Laubholzbereich führen.
    • Deutliche Reduzierung der jährlichen Eichenverjüngungsflächen. Die BI fordert die Begrenzung auf max. 0,5 ha pro Jahr im Müllheimer Eichwald.
    • Ausweisung von 100 ha Eichwald als Schonwald mit klar festgelegten und nachprüfbaren Zielen.
    • Zusätzlich insgesamt 5% der Fläche = 15 ha als Waldrefugien ausweisen.
    • Ausweisung einzelner alter, besonders stattlicher Eichen und Buchen, gegebenenfalls auch anderer Baumarten als Naturdenkmale. Grundsätzlich sollten aber alle Bäume mit Horsten oder Höhlen, größeren Rindenschäden (z.B. Blitzschlag), starken Totästen, Baumpilzen, krüppeligem Wuchs oder anderen Besonderheiten geschont und solange als möglich im Bestand erhalten werden. Derartige Bäume sind für den Artenschutz von hoher Wertigkeit; sie bieten Lebensraum für höhlenbrütende Vögel und Fledermäuse, für Insekten (große Artenvielfalt und Besonderheiten der Käfer an Eiche!), Pilze, Flechten, Moose und zahllose Kleinlebewesen. Oft sind derartige Bäume von geringerem Holzwert. aber sehr hohem Naturschutzwert. Bei der Auswahl zu fällender Bäume muss daher großer Wert auf das Auffinden und den Erhalt derartiger Bäume gelegt werden – und das nicht nur im Rahmen von Altholzinseln und Naturdenkmalen.
    • Prüfung der Ausweisung des Eichwaldes als Heilwald. Maßnahmen hierzu müssten im Detail diskutiert werden. Eine derartige Ausweisung rückt den Wald in einen neuen Fokus und kann auch touristisch von großem Interesse sein. Ggf. ist hier auch eine Kooperation mit Badenweiler möglich.
    • Waldaußen- und Innenrandgestaltung
      Eine ökologisch wertvolle Waldrandgestaltung fehlt derzeit. Der Waldrand entlang der Wege ist durch imaschinelle Fräsung gekennzeichnet, ähnlich wie bei Bundesstraßen oder Autobahnen. Dabei wird keine Rücksicht auf wertvolle Sträucher oder andere Pflanzen genommen. Eine aktive Waldrandgestaltung würde den ökologischen sowie den Erholungswert deutlich steigern.
      ==> Aufgrund der in den letzten Jahren erfolgten Auflichtungen hat sich zudem auch im Innenbereich entlang der Wege eine starke Flora entwickelt, die nun aufwändig analog zum Außenbereich maschinell abgefräst werden. Neben ökologischen Nachteilen sehen wir das auch unter finanziellen Aspekten sehr kritisch. Dies ist eine Folge der starken Auflichtungen der Bestände.
    • Das Anbringen und Pflegen von Nistkästen ist im Sinne der Artenvielfalt zur Förderung von Höhlenbrütern und Höhlenbewohnern sehr wichtig. Bis vor wenigen Jahren sind die Nistkästen im Eichwald  gepflegt worden. Die zahlreichen offenen Kästen zeigen, dass dies nun nicht mehr der Fall ist. Die Pflege sollte wieder aufgenommen werden.
    • Für den gesamten Müllheimer Stadtwald.
    • Reduzierung des Hiebsatzes auf der Gesamtfläche
    • Anstreben einer Zertifizierung nach FSC

Schutzgebiete im Müllheimer Eichwald

Der Müllheimer Eichwald schließt sich direkt an Müllheim an.
Er umfasst folgende Schutzgebiete:

  • Landschaftsschutzgebiet (nach Landesnaturschutzgesetz)
  • Waldbiotope nach Landeswaldgesetz.
  • Immissionsschutzwald
  • Kleinflächiger Bodenschutzwald

Das großräumige Landschaftsschutzgebiet hat für den Wald kaum Einschränkungen zur Folge.  So müssen Kahlhiebe grösser als 2 ha von der unteren Naturschutzbehörde genehmigt werden. Ansonsten gibt es keine Einschränkungen.

Im Gegensatz dazu sind z.B. im Bereich des Britzinger Eichwaldes wesentlich mehr und strengere Schutzbereiche ausgewiesen.

Sehr gut dokumentiert sind die meisten Schutzgebiete über den Online Kartendienst der Landesanstalt Umwelt Baden-Württemberg „LUBW“).

Immissionsschutzwald und Bodenschutzwald sind über das Geoportal Baden-Württemberg zu sehen:

Die anderen Schutzgebiete sind über die Seiten der der LUBW zu finden. Die Webseite dort baut manchmal extrem langsam auf, Geduld ist gefragt.

Hier klicken um direkt auf die Seite der LUBW zu gelangen

Zur besseren Sichtbarkeit können einzelne Schutzgebiete über das Setzen des Hakens in der Legende an oder ausgeschaltet werden. In dem Permalink ist erstmal das Häkchen für das Landschaftsschutzgebiet nicht gesetzt, weil das sonst fast alles überdeckt-

Beim Hineinzoomen wird ab einem bestimmten Maßstab von Karte auf Luftbild(Orthofoto) umgeschaltet, die Fotos sind relativ aktuell, man sieht etliche Kahlflächen.

Durch Links-Klick auf die Schutzgebiete erreicht man via Menüpunkt detailiertere Dokumentationen wie z.B. textliche Beschreibungen und rechtliche Verordnungen, teilweise zum Herunterladen

ab einem bestimmten Zoomlevel werden sogar Flurstücksnummern angezeigt

Forstliche Informationen sind hier praktisch keine vorhanden. Lediglich die Waldbiotope nach Landeswaldgesetz sind hier einsehbar.

Sehr schön einzusehen sind z.B. auch Naturdenkmäler in Müllheim (als Punkte dargestellt“

Via Hauptseite sind etliche andere interessante umweltrelevante Daten visuell oder tabellarisch vorhanden.